Pressemitteilung: Kein Einzelfall, sondern System

Die Initiative „Vegan im Kreis Rottweil“ begrüßt die Veröffentlichungen der Bilder aus dem Schweinestall bei Rottweil.

Die bisherigen Reaktionen auf die Berichterstattung lassen das bestehende Grundproblem jedoch außer Acht.

Die Tiere, die aus dem Betrieb „gerettet“ worden sind, sind weit entfernt von einem glücklichen Leben. Sie werden lediglich im nächsten Betrieb schnellstmöglich auf ihr „Schlachtgewicht“ gebracht, um nach einem langen Transport unter riesigen Ängsten und unvorstellbaren Schmerzen abgestochen, verbrüht und zersägt zu werden.
Das passiert, weil es immer noch Menschen gibt, die Tiere essen.

Ist es ausreichend, dass wir jetzt mit dem Finger auf diesen einen Landwirt zeigen? Das System der Nutztierhaltung basiert darauf, dass Menschen aus dem Körper eines fühlenden Lebewesens Profit schlagen und es Menschen gibt, die dafür bezahlen.

Das Leben eines jeden Tieres aus einem landwirtschaftlichen Betrieb endet (im besten Fall) mit einem Messer im Hals. Unabhängig davon, wie gut ein einzelner Betrieb auf den ersten Blick aussehen mag: das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln, das Töten männlicher Kälber und die Ermordung aller Nutztiere im Schlachthof sind gesetzlich erlaubt und gesellschaftlich anerkannt.

Wer genau hinsieht und nachfragt, erkennt die Quälereien auf jedem Betrieb. Alle Vorfälle sind nur Nuancen ein und desselben Systems. Es ist unzureichend, Manfred Haas als „das schwarze Schaf“ zu bezeichnen, denn in fast allen Betrieben hätte man solche oder ähnliche Aufnahmen machen können. Statt die Wut an einzelnen Bauern auszulassen, sollten wir uns lieber Fragen, welche Verbrechen wir mit unserem Konsum von Fleisch, Eiern und Milch tagtäglich unterstützen.

Eine vegane Ernährung ist heute so leicht und so schmackhaft wie niemals zuvor. Sie ist gut für unsere Gesundheit, sie schützt das Klima und sie beendet das Leid der Tiere. Mit der veganen Landwirtschaft stehen wir an der Schwelle zu einer profitablen, nachhaltigen, umweltschonenden und tierfreundlichen Zukunft.Worauf warten wir eigentlich noch?